Schlafen und wachen – eine Aufklärung über Babys Schlaf

Wer Eltern wird, beschäftigt sich irgendwann zwangsläufig mit der „Problematik“: Weshalb schläft mein Kind nicht wenn ich es will oder wie bekomme ich mein Kind zum Schlafen?
Da ich mich gern mit ganzheitlichen Methoden beschäftige und – ja – so eine Mama bin, die ihre Kinder zum Stillen und damit auch nachts mit in ihr Bett genommen hat (von Anfang an – unglaublich, aber wahr, beide Kinder leben, ich hab sie nicht erdrückt Ironie aus), gab es irgendwann auch für uns den Zeitpunkt: Wann schläft das Kind im eigenen Bett?

Ehrliche Antwort: Bis heute schläft keiner unserer beiden Buben (3 und 5 Jahre alt) durchgängig, sprich: Jede Nacht, im eigenen Bett. Klar, der Große schläft eher mal durch, aber trotzdem ist es fast jede Nacht so, dass eines oder beide Kinder zu uns kommen. Das ist – ganz klar – manchmal anstrengend. Aber bei all dem,was auf unsere Kinder tagtäglich einströmt, was sie ständig lernen, da ist es ganz klar, dass sie das manchmal nachts so sehr verarbeiten, dass sie auch mal Albträume haben oder unruhig sind. Ganz abgesehen davon, dass beide noch klein sind (der Große ja auch irgendwie). Wie schön ist es da, wenn die Mama oder der Papa direkt nebendran liegt und beruhigend über den Kopf streichelt? Wie schön ist es, dass man als Kind rüberlaufen darf zu Mama und Papa und kuschelnde Sicherheit holen darf?

Sicher, irgendwann sind auch wir über das berühmt-berüchtigte Buch von Ferber gestoßen „Jedes Kind kann schlafen lernen“, von dem sich der Autor schon lange distanziert hat, da diese Methode eigentlich für ältere Kinder entwickelt wurde, es aber ganz viele junge Eltern an ihren zum Teil nur 6 Monate alten Kindern anwenden. 6 Monate. So lange ist die Stillempfehlung. Soll man seinem Kind neben der bisherigen so sicheren und Halt gebenden Brust jetzt auch noch die sichere Nähe der Mutter (oder des Vaters) nehmen??? Ich habe den Großen übrigens 15 Monate gestillt. Bei uns im Bett. Und das war herrlich, praktisch und ganz oft gemütlich. Irgendwo hab ich auf einer Website mal gelesen: Man muss sich nur die Kälbchen im Stall ansehen, die liegen immer bei der Mutter und nie allein! (die Aussage stammte von einem Alm-Öhi im Zusammenhang mit Schlafproblematiken bei Kindern). Dieser Satz hat mich damals so sehr bekräftigt. Klar, das ist auch nicht immer leicht, mit Kindern im Bett. Das ist auch mal oft anstrengend und unruhig. Aber ein Kind zu bekommen heißt doch nicht, dass ab sofort alles nach MEINER Zeit geht und nach meiner Pfeife tanzt! Ein Kind bedeutet Umwälzung, Unsicherheit, Überraschungen. Es bedeutet, dass jeder Tag anders ist. Und damit auch jede Nacht. Ich wollte keinen Roboter. Ich wollte mein Kind, meine Kinder, meine Liebsten! Eigene kleine Persönlichkeiten,die ihren eigenen Willen entwickeln (und wer meine Kinder kennt, weiß, dass sie einen eigenen Willen haben!).

Wer also so das Kinderbekommen angeht, dass nämlich das Kind sich seinem Leben anpassen muss, hat etwas grundlegend missverstanden: Ab dem Moment der Geburt bestimmt das Kind mein Leben. Es bedarf meines Schutzes, meiner Liebe, meinen Gefühlen, meiner Berührungen. Und es kann sich nur äußern, indem es weint. Es kann nicht von heute auf morgen nach der Uhrzeit schlafen gehen, die die Eltern bestimmen – viele Eltern können selbst nicht jeden Tag zur gleichen Uhrzeit ins Bett – wie kann man das da von einem 6 Monate oder auch einem Jahr alten Kind verlangen??? Ein Kind, das gerade festgestellt hat: Ich kann ja stehen! oder: Ich kann meine Füße voreinandersetzen! oder: Ich kann endlich meiner Mama sagen, dass ich sie lieb habe, nämlich mit „Mama!“.

Mein Appell an all die Eltern da draußen, die ihr Kind mit „Jedes Kind kann schlafen lernen!“ zu Bett bringen möchten: Es sind eure Kinder, eigene, kleine Personen, kleine Persönlichkeiten! Behandelt diese mit Respekt. Versetzt euch in ihre Lage. Und dann überlegt, wie ihr es fändet, wenn jemand euch abends ins Bett setzen und dann nach einem kurzen Gruß die Tür schließen würde. Nur damit er „endlich“ Ruhe hat.

Ein Kind bedeutet nicht Ruhe (oder nur ganz selten ;)). Und das sollte euch klar sein, bevor ihr Kinder bekommt. Seid euch darüber im Klaren, dass ein Kind euch auch anders zeigen kann, dass es euer Leben bestimmt, selbst wenn die Methode nach ein paar Nächten klappt – das heißt nicht, dass sie immer klappt, es heißt nicht, dass dadurch andere Bereiche besser werden. Die Kinder zeigen uns schon, wie der Hase läuft. Überlegt euch, was ihr möchtet: Eigene Persönlichkeiten – oder lieber ein Haustier, das ihr dressieren könnt (denn nichts anderes ist diese Methode als eine Dressur).

So ist es so viel schöner – und die Kuschelzeit geht ohnehin zu schnell vorbei:

Und für alle, die sich jetzt vielleicht Gedanken machen, ob das Buch eine so gute Sache ist, empfehle ich diese Links:

*neu* Mayim Bialik aka „Amy“ aus BigBangTheory über 5 Gründe, weshalb sie nie daran dachte, Schlaftrainings zu nutzen: http://www.kveller.com/mayim-bialik/five-reasons-why-mayim-bialik-doesnt-believe-in-sleep-training/

toller Artikel über die „Schlaflüge“: http://www.zockt.com/vonguteneltern/?p=343

http://www.ferbern.de
sehr schöne Aufklärungsbroschüre http://www.ferbern.de/fileadmin/documents/pdf/broschuere_babyschlaf.pdf
http://das-kind-muss-ins-bett.de/hints_booktip.html
http://www.amazon.de/Schlafen-Wachen-William-Sears/dp/3906675033

3 Gedanken zu “Schlafen und wachen – eine Aufklärung über Babys Schlaf

  1. Ich hätte meinen Junior so wahnsinnig gern noch bei uns im Zimmer. Hab aber klein beigegeben, weil mein Freund so rumgemausert hat, dass ich ne Glucke bin und den Kleinen so verwöhnen würde. Alles zureden und erklären, dass die kleinen Wesen diese Nähe brauchen, helfen nichts. Mein Sohn hat im Beistellbett an meiner Seite aber besser geschlafen, als in unserem großen (1,60m) Bett, da er es da ruhiger hat und nicht durch die Bewegungen wach wird. Gott sei Dank schläft er in seinem Zimmer jetzt halbwegs gut. Die ersten Nächte wars der Horror mit 4 mal Nachts für 15min da wach sitzen.. Wie die Tage für mich waren, kann man sich ja vorstellen. Beim Stillen im Bett konnte ich ja auch weiter schlafen.. Falls das wieder kommt, kommt der Junior auch zurück. Ich denk aber schon, dass die Kleinen in ihrem Bett im eigenen Zimmer gut schlafen können, wenn sie liebevoll zu Bett gebracht werden und wissen, dass Mama und Papa jederzeit ganz schnell da sind und sie nicht allein gelassen werden. Wir verbringen die letzten 2 Stunden vor dem Schlafen unbedingt zusammen und kuscheln viel und vor dem Schlafen stille ich ihn noch und singe dann für ihn, während ich ihn auf dem Arm halte und leg ihn dann ins Bett.

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