Zurück zur Intuition III

Ein interessantes Interview am Ende des Berichts zum Thema Babyzeichensprache (bitte unterhalb klicken auf „Babys lernen Zeichensprache“). Das ist ja immer mehr im Kommen und ich persönlich halte da nicht viel von aus genau den Gründen, die Herr Professor Zmyi dann (bitte ebenfalls unterhalb klicken auf „Studiogast Prof. Norbert Zmyi) anführt: Dass sich der Beginn der Zweiwortphase dann möglicherweise verschieben könnte und das einfach noch eine Sache mehr im Alltag der Kinder ist, die nicht wirklich vonnöten ist. Ja, klar, es gibt keine Studien etc., aber das wäre auch meine Befürchtung, weshalb das für mich nicht in Frage käme (bzw. für meinen Kleinsten). Interessanter aber noch die Diskussion im Anschluss (wenn auch nur kurz) um den – ich nenne es mal – Förderungswahn, der immer mehr anschwillt. Kinder sollen so früh wie möglich mit allem möglichen in allem möglichen gefördert werden. Professor Zmyi ruft auf: Zurück zur Intuition, mehr aufs Bauchgefühl hören, was die Entwicklung und Erziehung der Kinder betrifft. Man solle sich nicht so verunsichern lassen als Eltern, von den Angeboten und vermeintlichen Förder“bedarfen“. Denn ob Bedarf besteht, das weiß unser Bauch doch auch ziemlich gut? Dann kann man immer noch zu einem Experten gehen.

Das nur nochmal zum Thema Intuition, weil es mir wirklich mehr oder minder über den Weg „gelaufen“ ist und mich in meiner Einstellung bekräftigt. Aber muss ja jeder selbst wissen, was er machen möchte oder nicht.

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2 Gedanken zu “Zurück zur Intuition III

  1. Ich habe meinem Sohn lange Zeit Babygebärden gezeigt und habe trotzdem intuitiv gewusst, wennn er Hunger hatte oder ein Kuschelbedürfnis. Babygebärden sind die wunderbare Möglichkeit für ein Kind zu zeigen, was es sieht, es ihn interessiert oder haben möchte. Wenn mein Sohn suchen herumgelaufen ist wollte er entweder seine Milchflasche haben oder seine Kuschelmaus….. Mit einer Gebärden konnte er es mir zeigen. Ich bin der Meinung, dass Gebärden nicht die Sprachentwicklung verzögern – denn Lautsprache ist laut und deshalb sehr praktisch. Was nützt es einem Kleinkind die Gebärde für HUND zu zeigen, wenn die Mama nicht im Zimmer ist. HUND zu rufen ist wirkungsvoller. Das verstehen die Kinder sehr schnell und fangen schon aus diesem Grund an zu sprechen. Kindern gebärden zu zeigen ist übrigens nicht so neu. Bereits im 19. Jahrhundert hat Gallaudet, der Begründer der Amerikanischen Gebärdenschulen empfohlen, hörenden Kindern Gebärden und das Gebärdenalphabet zu zeigen. Es wird geschrieben: „The more varied the form
    under which languuge is presented to the miad through the diferent senses, the
    more perfect will bc the knowledge of it acquired, and the more permanently will
    it be retained.“

    Babygebärden machen übrigens Spaß! Wer mehr wissen möchte schaut doch mal auf meiner nicht kommerziellen Webseite http://www.sprechende-haende.de vorbei.

    Liebe Grüße
    Birgit

    • Liebe Birgit,
      danke für die Darlegung deines Standpunktes. Ich bin trotzdem der Meinung, dass Kinder durch die Gebärden eine verlängerte Zeichensprache verwenden und so womöglich, wie Prof. Zmyi schon bemerkte, viel später in Zweiwortsätzen anfangen zu sprechen. Ich verstehe mein Kind auch ohne eine bestimmte Gebärdensprache für Kinder erlernt zu haben und dadurch, dass man nicht alles immer sofort versteht begreifen die Kinder auch, dass Sprechen immer noch das Kommunikationsmittel Nr. 1 ist. In meinem Studium habe ich zum Thema Sprachentwicklung einfach zu viel gelernt als diese Form der Verständigung dem normalen natürlichen Weg vorziehen zu wollen. Man verwendet als Bezugsperson ohnehin schon bestimmte Gebären beim Sprechen, ich halte es aber für überflüssig, meinem Kind extra Gebärden beizubringen, die ich ihm dann später im Prinzip wieder abgewöhnen muss oder aber die ich länger verwenden muss, weil mein Kind das als einfacher empfindet als zu sprechen.
      Ich bin schlicht nicht überzeugt von dem System, ganz gleich, ob das „schon“ im 19. Jahrhundert vorhanden war oder nicht. All die Kinder, die dies nicht gelernt haben, sind auch groß geworden und ich wage jetzt einfach mal die These, dass die Frustration in ihrer Kindheit nicht größer war als bei Kindern mit Gebärdensprache.
      Dass den Kinder das Spaß macht, mag sein, ich persönlich glaube aber, dass man mit einfachen Fingerspielen zu Hause den gleichen Effekt erzielt und nicht extra in Kurse dafür gehen muss.
      Man verwendet sowieso schon Gebärden beim Sprechen (was auch dein englisches Zitat unterstützt) und das reicht schon – die Kinder verinnerlichen die Sprache. Wenn ich sehe, wie die Kinder oft schon im Kindergarten mit Fremdsprachen „bombardiert“ werden, ohne dass sie der deutschen Sprache z.T. schon komplett mächtig sind, gruselt es mich davor, die ohnehin geringe Zeit zu verkürzen, die sie schlicht und einfach die Muttersprache sprechen dürfen, ohne Hilfsmittel. Man sollte die Kinder beim Sprechenlernen unterstützen und nicht bei Handzeichen.
      Trotzdem wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg, jedem das Seine 🙂
      Viele Grüße,
      Miriam

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