Zurück zur Intuition

Auf das Buch von Herrn Winterhoff „Lasst Kinder wieder Kinder sein!“ bin ich sehr gespannt. Soeben erst darauf gestoßen macht es mich schon neugierig. Erziehe ich meine Kinder denn nicht intuitiv? Interessant auch der Ruf: Lasst Kinder wieder Kinder sein! Und das, wo in den letzten Monaten der Ruf nach mehr Förderung, gezielterer Förderung laut wurde. Und das auch in einer Zeit, wo man als Mutter von einem Kind mit „nur“ einem Extratermin in der Woche (neben Kindergarten versteht sich) schon komisch angeschaut wird: Wie, ihr geht nicht zum Kinderturnen/Karate/Tennis/Fußball/Ballett/Englischunterricht/Reiten/Hockey usw…???
Äh, nö. Ich bin der Auffassung, dass Kinder, neben ihrem „Termin“ im KiGa (und nichts anderes ist Kindergarten für Kinder: Es ist Arbeit, auch wenn es Spiel ist) nicht zuviel zusätzlichen Input brauchen. Kinder holen sich die Anregungen bei ihrem täglichen Spiel zu Hause, fruchtbare Langeweile ist sooo gesund. Sonst verlernen Kinder noch das Spielen. Klar, wir gehen zum Kinderschwimmen, das macht den Jungs Spaß. Und vllt. ab Montag noch zum Kindertanzen, wenn es dem Großen gefällt. Ansonsten wollte ich mit ihm mal das Klettern ausprobieren. Aber mehr als zwei Termine müssen doch nicht sein, oder etwa doch?

Aber, ich schweife ab: Herr Winterhoff sagt, dass man selbst verlernt hat, auf sich zu hören und seine innere Ruhe wahrzunehmen – so können wir das unmöglich an die Kinder weitergeben. Insofern bin ich sehr gespannt auf das Buch: „Lasst Kinder wieder Kinder sein!“ – ich kaufe mir ja nur noch selten solche Fachliteratur, aber bei diesem liebäugle ich jetzt schon, zumal sowohl der Punkt „Frühförderung“, der ich teilweise (!) kritisch gegenüberstehe, als auch „Intuition“ dabei ganz weit oben stehen.

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Und hier ein amüsanter Blogbeitrag im Blog „Wer stillt ist doof“ von Jule

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7 Gedanken zu “Zurück zur Intuition

  1. Zustimmung 🙂 Wir haben eigentlich keine Termine mit den Kindern, immer nur so spontandinger. Das reicht auch noch, finde ich! Wie Du sagtest: Kindergarten (und Schule) sind genug stress. Der Krümel hat demnächst vormittags eine Spielgruppe.

    Wenn die Kinder größer sind können die dann ja auch bekunden, was sie gerne tun wollen. Ein Instrument sollen sie bei uns allerdings lernen, das ist uns wichtig. Beim Großen sind wir schon so weit, dass er sich langsam überlegen darf, was er denn mal spielen möchte. Aber NOCH muss er nicht.

    Ich finde, (Früh) förderungen nur dann Sinnvoll, wenn die Kinder es 1. nötig haben wegen Entwicklungsverzögerungen- aber das wird ja auch niemand abstreiten- und 2. wenn das Kind das quasi selber einfordert. Unser Nachbarsmädchen liebt das reiten, obwohl sie erst 5 ist, und sie ist schon richtig gut darin! Und unseren Sohn konnte ich mit lesen und schreiben üben ja auch nicht bremsen – im Gegenteil, er wollte dass ich ihm helfe.

    Unsere Kinder spielen kreativ und frei das, was sie möchten. Oft stellen sie dabei auch ziemlichen Bockmist an, aber so ist das dann. In angeleiteter Umgebung außer Hause wäre das nicht passiert, aber hey, was solls 🙂 Außerdem artet das FÜR MICH in Stress aus, wenn ich ständig die Kinder von A nach B nach C nach D fahren muss, und wenn ICH gestresst bin werde ich grantig. Kommt so erschwerend hinzu 😉 Ich denke, das ist genau das mit der inneren Ruhe, was Du erwähnt hast…

    Wenn Du das Buch hast, würde ich gerne mal einen Blick hinein werfen! (komplett lesen aber nicht, leider artet lesen für mich auch im Stress aus, denn sobald ich ein Buch auspacke fangen die Kinder an WIRKLICH Unsinn zu machen. Vielleicht sollte ich sie Nachmittags alle in Förderkusre stecken, damit ich (im Auto) in Ruhe zum Lesen komme? *fg*)

    • Ja, das mit den Instrumenten ist mir auch wichtig. Ich finds schade, dass ich keins so richtig kann. Gitarre würde ich super gern können – vllt. sollte ich versuchen, es mir selbst beizubringen? Auf jeden Fall möchte ich da schon schauen, dass beide evtl. mal ausprobieren, was so für sie werden.
      Klar, wenn man Kinderm ahcne lässt, stellen sie auch mal Bockmist an, das ist wie beim Selbst-Essen-Lernen etc – viele Kinder können das mit 2 Jahren noch nicht richtig, weil die Eltern keine Lust auf Sauerei haben, wir haben unsere Kinder einfach immer machen lassen (sie wollen es ja auch – weshalb sie also bremsen) und siehe da, sie konnten beide schon unter einem Jahr selbst den Löffel benutzen. Klar, nicht ohne Sauerei, aber hey, das gehört dazu, so sind Kinder. Klar, wenn ich das Buch habe und gelesen habe, bring ich es mal mit.
      Und wenn mein Kind früh schon irgendwas machen will – der Große z.B. will immer schon schreiben und wissen, welche Buchstaben wie heißen – dann werden wir das natürlich unterstützen, ganz klar.

  2. Barry Sanders schrieb in seinem Buch „der Verlust der Sprachkultur“, dass es gerade die Langeweile der Kinder ist, die ihnen hilft, ihre Kreativität zu entfalten.

    Ich erinnere mich an eine interessante Begebenheit, als unser Junior noch sehr klein war. Ich hatte damals eine junge Dame zwecks täglicher Kinderausfahrten angeheuert. Sie wohnte im gleichen Haus und hatte gerade eine Ausbildung zur Kindererzieherin begonnen. Wie wahrscheinlich viele andere auch, heute, flehte ich unser Umfeld an, unser Kind mit Spielsachen zu verschonen, aber man dachte wohl, ich sein ein wenig kurz unterm Pony und scherte sich nicht weiters drum. Wie auch immer, eines Tages verließ dieses junge Dame unser tägliches Ritual, um für eine Woche zu einem Seminar zu verschwinden: „Der spielzeugfreie Kindergarten“ … 🙂 … als sie wieder kam, war sie wie verwandelt. Sie erzählte von Videoaufnahmen, die man in KiTas gemacht hatte, in denen es von jetzt auf nachher keine Spielsachen mehr gab. Erst saßen die Kinder irgendwie herum und bohrten in der Nase – bis einer mit irgend etwas begann, an das sich ganz schnell alle anderen dranhängten etc. pp.

    Es ist heuer so modern geworden, zu zeigen, was „moderne Lernförderung“ in KiTas alles zu leisten vermag – nur sieht keiner, zu welchem Preis … warum komme ich mir bei solchen Sätzen immer wie ein ewig Gestriger vor? … 🙂

    • Ja, weniger ist manchmal einfach mehr. Es ist vielleicht auch nicht schlecht, z.B. keinen TV zu haben (wir haben einen, weil wir wirklich absolute Cineasten sind) und ich liebäugle damit, eine fernsehfreie Woche zu machen… einfach, damit unsere beiden nicht immer rumnölen, dass sie irgendwas schauen wollen, sondern auf Ideen kommen, was man denn stattdessen machen könnte (und unser TV läuft tagsüber bei weitem nicht oft, im Gegenteil)… spielzeugfrei finde ich übrigens eine sehr interessante Idee, aber ich stells mir auch schwer vor, es für die Kinder umzusetzen. Lust habe ih allerdings schon häufig, den ganzen Kram einfach wegzupacken. Und teilweise mache ich das ja auch mit manchen Spielsachen – aber alles auf einmal, puhhh, ich glaub, das traue ich mich nicht ^^.

  3. Na ja, das war ja der spielzeugfreie Kindergarten – nicht zu Hause … 🙂 Zu Hause war das VIEL komplizierter 🙂 … einfach, weil sooo viele Leute Spielzeug mitbrachten! Sie wollen ihre ganze Liebe auf einmal ausschütten und tun das via Spielzeug. Ich hatte mit meinem Schwager einen Riesenstreit, weil er mit einem übergroßen Feuerwehrauto angetrabt kam und ich ihm sagte, unser Junge hätte viel mehr von ihm, wenn er ab und an käme, um mit ihm Fußball zu spielen …

    Mit dem Spielzeug gab es dann ein weiteres, durchaus großes Problem. Da wir der Philosophie anhängen, man muss zuerst Eigentum lernen, ehe man teilen lernen kann, gab es nur zwei Möglichkeiten, Spielzeug wegzukriegen: Entweder Junior warf es selbst über Bord (was niemals passiert, wenn sie noch kleiner sind) oder wir mussten es ihm irgendwie abkaufen … 🙂 … ich muss das nicht näher erläutern, oder? … 🙂

    Ich bin kein wirklicher Experte, aber ich würde schon behaupte, dass weniger Spielzeug mehr ist … aber mach das mal euren Freunden und Verwandten klar … 🙂

    • Ja, so ähnlich ist es bei uns auch. Ich halte mich immer schon gern zurück, aber trotzdem haben die Kinder viel Spielzeug – der Kleine profitiert da natürlich vom Großen. Und der Große zum Beispiel hat unendlich viel Puzzle, weil er da total drauf steht und wir uns natürlich auch dachten: Das fördern wir. Dann jede Menge Duplo von Oma – also, das alte Duplo meines Mannes (was ja auch toll ist, aber es ist viel – und wir haben wirklich nur ganz wenig dazu gekauft), ok, bei der Holzeisenbahn, da muss ich Farbe bekennen, da haben wir (oder ich) auf Flohmärkten ohne Ende zugeschlagen – dann kamen aber auch Freunde und Verwandte mit Riesenkisten an – was auch alles ganz toll ist, aber naja, es ist nunmal viel. Trotzdem, mein Mann und ich vertreten immerhin die Devise: Nicht zu viel unterschiedliche Sachen, wenn, dann nur wenige „Systeme“ (Holzeisenbahn z.B., das Duplo kommt zu Weihnachten hin weg, dann packt mein Mann seine alten Legosachen aus, und sonst eben eine Ritterburg von Playmobil, die hat die Tagesmutter aber dem Großen geschenkt und war nicht davon abzubringen). So läppert es sich. Man kann nur immer wieder aussortieren. Hab ich jetzt auch gemacht, aber richtig viel ist es noch nicht. Ich freu mich, wenn ich an die Puzzle darf, das sind wirklich viele, aber der Kleine „wächst“ ja auch noch in die hinein, deshalb warten wir noch etwas. Bis dahin hilfts nur, ab und an mal Spielzeuge beiseite zu schaffen ^^.

  4. Pingback: Zurück zur Intuition II. « Nähbastelkochtantenblog

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