Örtlichkeiten

Seit unser Großer auf die Toilette geht und keine Windeln braucht, ist unser Leben sehr spannend geworden. Da fährt man gerade gemütlich über die Autobahn, plötzlich quakt es von hinten:

Mama, ich muss mal Kaka und Pipi! Ich mach gleich in die Hose!

Ui. Da wird die Fahrt zum Krimi: Wann kommt der nächste Parkplatz? Reicht es noch?

Kannst du noch einhalten?

Neeeee, ich muss ganz dringend!

Viel spannender wird es dann, wenn Stau ist und es links und rechts KEINE Möglichkeit zum Halten gibt, die Automasse sich aber gleichzeitig stückchenweise vorschiebt und nicht länger steht.
Da ist eine Minibaustelle links gerade recht, praktischerweise bei dem Dauerregen unter einer Brücke. Also flux angehalten, Sohnemann macht Pipi gegen die Betonleitplanke und weiter gehts. Das große Geschäft wäre an dieser Stelle wohl auch kein Problem gewesen, mussten wir aber zum Glück nicht testen.

Aber die spannendsten Momente sind dann doch immer die, wenn ich mit beiden, dem Kleinen und dem Großen unterwegs bin, vielleicht Bummeln oder so und der Große dann plötzlich muss. Das ist, so finde ich, einer der schwierigsten Momente, da man sich dann entscheiden muss: Wie handhabe ich es mit dem Kleinen? Den kann man ja schlecht mitnehmen, weil er so klein ja nicht mehr ist und man ihn nicht gleichzeitig beim Pipimachen des Großen davon abhalten kann, die Klobürste nicht nur näher zu betrachten, sondern womöglich auch abzulecken. Und im Kinderwagen allein lassen will man ihn ja auch nicht. Irgendwie hab ich aber bislang an der Stelle immer Dusel gehabt, glücklicherweise. Entweder war zufällig eine Freundin da oder kam des Wegs spaziert, oder die Toiletten waren groß genug oder zu klein, so dass die Tür halb offen stand und ich immer wieder einen Blick auf den Kleinen erhaschen konnte. Oder es gab eine Behindertentoilette, die ich in diesen Fällen wirklich ausgesprochen gern nutze – geht ja auch schlecht anders und glücklicherweise haben bislang alle Anwesenheiten verständnisvoll gelächelt, wenn ich diese Toiletten betreten habe.

Dank meines Kindes jedenfalls weiß ich mittlerweile von vielen – sehr vielen – Geschäften und Orten, ob und wenn ja, wo es dort eine Toilette gibt. Sogar Geschäfte, von denen ich nicht gedacht hätte, dass Kunden in solch präkeren Situationen da die Personaltoilette nutzen dürfen, wie jüngst im L*dl geschehen.
Das hat auch seine Vorteile. So gehe ich es jedenfalls viel gelassener an, wenn es von hinten heißt:

Maaaamaaaa, ich muss mal Pipi und Kaka!

Advertisements

Und was sagst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s