Für Oma

Steh weinend nicht an meinem Grab,
ich lieg nicht hier in tiefem Schlaf.
Ich bin der Wind, der immer weht,
ich bin Brillantgefunkel im Schnee.

Ich bin die Sonne auf reifem Feld,
ich bin im Herbst der Regen mild.
Und wachst du auf in stiller Früh,
flattre als Vogel ich in die Höh,
zieh stumme, weite Kreise.

Nachts bin ich der weiche Sternenglanz.
Steh weinend nicht an meinem Grab,
ich lieg nicht hier, weil ich nie starb.

Zwei Jahre ist es jetzt her und ich denke täglich an dich. Du bist immer um uns, in uns, bei uns und wir freuen uns auf ein Wiedersehen. Wie oft denke ich: Ich würde jetzt gern Oma anrufen, um mit ihr darüber zu sprechen – über eine Sache, ein Ereignis, über die Kinder. Dann spreche ich manchmal so mit dir, in Gedanken. Oma, ich hab dich lieb!

Advertisements

3 Gedanken zu “Für Oma

  1. Omas sind doch die besten!
    Meine „Lieblingsoma“ (die andere durfte ich nicht mehr wirklich kennenlernen, ich war 4 als sie starb) ist vor etwa 6 jahren gestorben. Da war ich grade schwanger mit dem großen Kind. Sie hat also grade noch bewußt mitbekommen, dass ich geheiratet habe und einen Enkel für sie erwarte.
    Für sie war der Tod wirklich das einzige, was ihr noch helfen konnte, deswegen war ich nicht wirklich traurig. Ich hatte auch ganz lange das Gefühl, sie jetzt mal schnell anrufen zu müssen- aber mittlerweile hat sich das auch gelegt. Auch, wenn ich auch immer noch oft mit ihr spreche. Erzählen muss ich ihr aber nichts, das kann sie sich ja alles selber angucken- da wo sie ist hat sie alle Möglichkeiten dazu 😉

    P.s.: Ist mein Kommentar zum Astrid Lindgren Text nicht angekommen? habe ich etwa vergessen ihn abzuschicken?!? Falls ja- jetzt kann ich ihn nicht wiederholen… das wäre nicht mehr „spontane Reaktion“… =(
    Auf jeden Fall ist der toll!

  2. Ja, ich sehe das auch so, dass sie alles weiß und sieht :-). Trotzdem habe ich das Erzählbedürfnis. Wir hatten einfach eine besondere Beziehung zu meiner Oma – ich finde es schade, dass Jonathan sie nicht mehr kennengelernt hat.

    Nein, bei Astrid Lindgren ist nichts angekommen…?!

  3. Upps- ich meinte natürlich einen URenkel für meine Oma, Enkel hatte sie schon 6 🙂

    Ich finde es auch schade, dass meine drei Kinder sie nie kennenlernen durften. Ich glaube, die hätten sich gut verstanden!

    Das mit dem Kommentar finde ich jetzt etwas doof (von mir). Naja, zu spät, spontan wäre es ja nicht mehr…
    Aber es ist wirklich ein schöner Brief!!! Sehr!

Und was sagst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s